Wie geht’s weiter bei Periscope?

In diesem Bericht kann ich nicht alle Details von Periscope erklären, das würde den Rahmen sprengen, und ich verstehe vieles auch noch nicht.

Zum Theme gibt es auch einen Hashtag bei Twitter: #rebelrealpeople

Periscope. Das ist eine Handy/Tablet-App, mit der man sich durch die Welt klicken kann.
Es gibt eine Weltkarte, wo man sehen, wer ebenfalls die App gerade laufen hat – allerdings in der Funktion des “Filmers”.
Diese werde als rote Punkte mit einer Zahl dargestellt, und je dichter man ranzoomt, desto mehr wird diese Zahl aufgedröselt, und man sieht genauer, wo sich die Person befindet.
Meist gibt es eine Kurzbeschreibung des so genannten “Scopes”, und mit einem Klick kann ich mich in den Livestream der Person einklinken. Bei Gefallen, kann ich die Person auch abonieren (follow). Und senn sie dann online geht, kriege ich auf Wunsch eine Nachricht.
Falls ich einen Scope verpasse oder gerade keine Lust oder Zeit habe, kann ich ihn meistens noch 24 Stunden nach Beendigung sehen. Allerdings ist das glaube ich eine freiwillige Funktion des Nutzers.
Klingt fast wie Twitter, mit follow und so?
Genau, Periscope gehört zu Twitter, soweit ich weiß.
Spannend wir die Sache z.B. bei großen Ereignissen, z.B. Katastrophen, wie Schiessereien.
Irgend jemand ist bestimmt in der Nähe, der sein Handy zur Hand hat, und draufhält, und das ganze per Periscope live in die Welt streamt. Und etliche werden zuschauen.
Hab ich auch gemacht, als es neulich Tumulte in den USA gab.
Irgendwann hatte ich so 10 Leute, denen ich gefolgt bin. Ich war also ein Follower.
Darunter auch die bekannte “Bec Boop”, die fast jeden Tag morgens aus London scoped,
aber eigentlich aus Irland kommt. Man wünscht sich dann einen guten Morgen, lernt die anderen Leute kennen, weil man ja Kommentare live schreiben kann, und die der anderen Zuschauer lesen kann, und begleitet sie auf dem Weg zur Arbeit.
Das ganze hat also viel mit “Community” zu tun. Es gibt aber auch andere Scoper, die ich aboniert habe, wo es mir mehr um den “Content” geht – also mich eher der Inhalt des Videos interessiert. Z.B. war da ein Mädel, welches in Japan mit der U-Bahn gefahren ist, die ganze Zeit Internet-Verbindung hatte, und ich so die Möglichkeit hatte, mal etwas von Tokio (oder so) zu sehen – aus der Sicht einer ganz normalen Person. Nix insziniert, geschönt, mehrfach geprobt usw. Einfach live und echt, das wahre Leben halt.

Natürlich gibt es auch viele Teenys, die einfach nur auf dem Sofa liegen,
gelangweilt unterhalten werden wollen. Q&A steht dann oft in ihrem Scope-Titel, also Questions and Answers. Meist dauert es nicht lange, bis irgendwer unter den Zuschauern dann Kommentare schreibt wie “open Boobs”, “get naked”, “tits pls”, “show nipples”,
usw usw, das erinnert doch stark an “Chat Roulette” damals, wo man sich in ähnlicher Weise per Zufalls-Prinzip in die Welt schalten konnte, und oft plötzlich Typen vor der Linse hatten, die sich einen runtergeholt haben. Damals allerdings noch per Webcam – heute bei Periscope per Smartphone.

Und von solchen Leuten – oft die eher jüngeren – gibt es immer mehr, hab ich das Gefühl.
Hängen mit ihrer besten Freundin zu Hause rum, machen Telefonstreichem also Callpranks (Zuschauer sollen ihnen Nummern ins Chatfenster schreiben, die sie dann anrufen, und ihnen irgendwelche wilden Sachen erzählen, von wegen ich bin die neue Freundin von deinem Freund usw), oder haben beim Schminken für die Disco nebenbei ihr Handy laufen und übertragen ihr Styling in die Welt, oder beleidigen einfach Zuschauer und blocken diese dann, wenn sie zurückpöbeln.

Ich wurde auch schon mindestens 2x geblockt. Einmal, nachdem ich sagte, dass ich 37 bin, und einmal, als ich geschrieben hatte “Hello, Greetings from Germany”, oder so. Nunja.

Ich würde ja zuuu gerne mal eine Statistik sehen von den Periscope-Betreibern,
wieviele Nutzen die so haben, und in welchen Ländern am meisten gescoped wird, in der Rolle des Filmers.
Meiner Meinung nach sind es sehr, sehr viele russisch-sprachige Leute.
Von den 10 Leuten, denen ich gefolgt bin, sind übrigens die meisten schon wieder verschwunden. Haben wohl keine Lust mehr, oder nix mehr zu erzählen.
Ich ab dann auch mal geschaut, wer MIR denn so folgt! Wie gesagt, ich habe noch keinen einzigen Scope selbst gemacht.

9 Leute folgen mir (die ich anzeigen lassen kann, einer Person davon folge ich aktuell zurück), und 59 weitere folgen mir, die ich mir aber irgendwie nicht anzeigen lassen kann.
Keine Ahnung warum nicht, so gut ich mich mit Periscope nun auch nicht aus.
Einige der Leute, die mir folgen – aus welchem Grund auch immer – hatte ich vor einiger Zeit geblockt – was genau das verhindert, weiß ich selbst nicht genau. Denke mal, sie würden keine Benachrichtigung kriegen, wenn ich online scopen WÜRDE, oder sie wären nicht in der Lage, sich in meinem Stream reinzuschalten. Also quasi ein “vorsorglicher Block”.

Den Grund für mein Handeln seht ihr auf den Foto hier:

periscope_followers

Leute, die MIR folgen

 

 

 

periscope_blocked

Leute, die ich geblocked habe

 

 

Wer sich die Profil-Fotos genauer anschaut, sieht “nude pics”, also Nacktfotos.
Da schrillen bei mir gleich die Alarmglocken. Fake-User? Bots?
Wenn ich mir mal das Profil (vergleichbar mit einem Twitter-Profil) von diesen fragwürdigen Scope-Followern angucke, werde ich noch stutziger.

periscope_beispiel1periscope_beispiel2periscope_beispiel3periscope_beispiel4

 

Offenbar geht es diesen Leuten/Bots/Fakes gar nicht darum, mir zu folgen, weil sie meine Livestreams so interessant finden – falls ich denn sowas überhaupt mal mache, sodern es geht um was anderes. Nur um was?
Eigentlich kann ja nur der Sinn und Zweck von diesen Fakes sein, dass sie wollen,
dass ich mal auf ihr Profil klicke, hinter dem ja ein Link ist, bei dem aber nicht ersichtlich ist, wohin er führt.

Heute morgen habe ich zufällig eine Aufzeichung gesehen von jemandem, der sinngemäß ungefähr sagt: Wenn Periscope so weitermacht wie in letzer Zeit, geht es den Bach runter.
(die genauen Gründe, die anführt, lasse ich hier mal außer acht, davon verstehe ich auch zu wenig, hat u.a. mit dem Versprechen zu tun, Leute berühmt zu machen usw).
Wie genau er das meint, habe ich nicht verstanden, weil ich nur ca 15 min geschaut habe, und mein englisch dafür auch nicht reicht, aber irgendwie geht es wohl darum,
dass sie zu früh in dern “Geld-Verdien-Modus” geschaltet haben, obwohl die breite User-Basis noch nicht da ist. Oder anders gesagt: Man hätte erst warten müssen, bis die ganze Welt bei Periscope angemeldet ist, hätte sie mit Inhalten und Gemeinschafts-Gefühl ködern können, und DANN hätte man alles umbauen können, um Geld zu scheffeln. Denn dann können ruhig alle genervt sein – es wird sich keiner so schnell abmelden, weil ja alle Freunde auch bei Periscope sind. Dann muss man die Werbung und das Chaos halt ertragen.
So ähnlich ist es bei Facebook ja auch. (ich übertreibe hier natürlich gerade ein bißchen).

Aber bei Periscope waren wohl von April 2015 bis heute (März 2016) einfach noch nicht genug Benutzer. Sie können sich losreißen von dem neuen Dienst. Und somit verschwinden die Nutzer, bis es irgendwann niemanden mehr interessiert, und Periscope in der Versenkung verschwindet. Und das wäre eigentlich sehr schade, denn von den Idee her finde ich es klasse und sogar ein stückweit wichtig. Gerade bei Katastrophen z.B., weil man dadurch viel mehr Blickwinkel bekommen kann, als nur die einer einzigen Überwachungs-Kamera.

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