Spaß mit Photoshop oder: Wie werde ich reif für die Klapsmühle?

Photoshop ist mir ja manchmal echt ein Rätsel.
Gerade, wenn es um das Thema “Farbmanagement” geht.
In der Theorie verstehe ich ja einiges, aber in der Praxis kommt dann oft nur Bahnhof.
Zum Beispiel verzweifele ich hier gerade an einem TIFF-Bild von meinem Handy (welches KEIN eingebettetes Profil hat, das zumindest behauptet Photoshop beim Öffnen), welches in Photoshop ohne Konvertierung geladen wurde (Bild_01, eingestellter Farbraum in Photoshop: AdobeRGB, Bild_02),

PS_Bild_01

Bild_01

PS_Bild_02

Bild_02

dann als verlustfreies JPEG2000 gesichert wird (Bild_03/04),

PS_Bild_03

Bild_03

PS_Bild_04

Bild_04

und wenn ich es dann wieder öffne, ist plötzlich das Profil “sRGB ICE61966-2.1” eingebettet. (Bild_05)

PS_Bild_05

Bild_05

Obendrein ist das JPEG2000-Bild (wenn ich beim Öffnen das sRGB Profil eingestellt lasse)
auch noch blasser, als das TIFF-Bild ohne Profil.

What the heck …

Was mir dabei noch auffällt:
Wenn ich das JPEG2000-Bild speichere, erscheint beim Speichern im Dialogfeld
ein Haken bei “Farbprofil Adobe RGB einbetten” (Bild_03), und der lässt sich auch nicht entfernen. Oder wie lässt sich das ausgegraute Häkchen sonst interpretieren?

Idee: Vielleicht kommt das ja dadurch, dass bei JPEG2000 irgendein Profil eingebettet werden MUSS, weil das der Standard so vorschreibt – und wenn das Original-TIFF nunmal kein eingebettetes Profil hat, dann wird der aktuell eingestellte Photoshop-Arbeitsfarbraum verwendet (Bild_02), denn der ist ja “Adobe RGB”, das könnte ich dann ja noch irgendwie verstehen.

Gleichzeitig sieht man im darauffolgenden Dialogfenster (Bild_04), dass beim JPEG2000-speichern die Option für “Profil einbetten” gar nicht eingeschaltet ist. Steht für mich im Widerspruch zu dem vorherigen Dialogfeld.

Ich fasse das mal kurz zusammen:
Das TIFF-Originalbild hat laut Photoshop kein eingebettetes Profil, beim Speichern als JPEG2000 will Photoshop wenn ich das richtig interpretiere ein AdobeRGB-Profil zwangseinbetten, behauptet danach, dass es das doch nicht tun wird, und am Ende ist ein sRGB-Profil eingebettet. Ja nee, iss klar …

Dieses ganze Kuddelmuddel hat mich zu der Frage geführt:

Wie muss das Foto denn nun aussehen, damit es “richtig” ist? Also so, wie mein Auge den Fußboden und die Barbiepuppe gesehen hat?

Oder anders gefragt: Ist das blasser wirkende JPEG2000-Foto mit dem (warum auch immer) eingebetteten sRGB-Profil dicher am Originalmotiv, oder das knalliger wirkende TIFF-Foto ohne eingebettetes Profil?
Und noch was, was ich nicht verstehe:

Ich öffne wieder das Original-TIFF ohne Profil. Wieder mit der Einstellung
“Beibehalten (Kein Farbmanagement)”, siehe Screenshot Bild_01.

Jetzt gucke ich mal in die Einstellungen von Photoshop “In Profil umwandeln”.
Dort steht: “Quellfarbraum AdobeRGB”. Bild_06.

PS_Bild_06

Bild_06

Okay, verstehe ich, das ist ja der aktuell eingestellte Arbeitsfarbraum von Photoshop. Müßte der Menüpunkt nicht eher “Farbräume konvertieren” heißen? Egal.

Jetzt lasse ich mir spaßeshalber mal anzeigen, wie es angeblich aussieht, wenn ich diesen Quell-Farbraum in denselben Farbraum wandeln lassen. Warum auch immer das Programm diesen Quatsch zulässt – es dürfte sich ja nicht auf das Bild auswirken, denn es wird ja eigentlich nichts geändert, da Quelle und Ziel identisch sind.

Den Unterschied sieht ihr hier: Einmal ohne Konvertierungsvorschau (Bild_07), und einmal mit Vorschau (Bild_08).

PS_Bild_07

Bild_07

PS_Bild_08

Bild_08

Angeblich wird das Bild durch die Konvertierung (die ja eigentlich nicht stattfindet) gelblicher.
Alles klaro … 😦

Und wenn ich dann OK drücke, entscheidet sich Photoshop schnell um, und das Bild sieht doch nicht gelblicher aus, sondern bleibt so, wie es ist. Die Vorschau-Anzeige scheint also nicht zu stimmen.

Advertisements