Texas 2014

Dieses Jahr stand wieder ein Texas-Besuch auf dem Urlaubs-Plan.
Knapp 2 Wochen waren wir (meine Eltern und ich) bei meiner Schwester in Lake Jackson. 2 Tage davon waren wir auch in Austin und San Antonio.
Austin gilt als “Amerikanische Hauptstadt der Livemusik”. Nirgendwo in der USA ist die Dichte an Musikclubs so hoch wie dort.
In San Antonio hingegen ist der so genannte “River Walk” erwähnenswert.
Das kann man sich vorstellen wir eine Anreihungs von Cafés und Restaurants, die sich an einem “Kanal-Ufer” erstrecken, auf beiden Seiten. Einmal im Jahr wird dort wohl das Wasser abgelassen und Rinder (?) durchgetrieben. Warum, das weiß ich allerdings nicht.
In Lake Jackson hingegen war ich ja nun schon öfter mal, wenn ich bei meiner Schwester, ihrem Mann und den beiden Kindern bin, die sich immer freuen, wenn wir zu Besuch kommen.
Dann ist Rutschen-Bauen angesagt (im Schlafzimmer wird eine Matratze mit ca. 1 Meter Abstand vor’s Bett gelegt, die andere schräg aufs Bett, ein paar Fußbänke darunter als Stütze), außerdem das beliebte “Big Bad Wulf-Spiel”, weil man die Matratzen ja wunderbar zu einer Höhle umfunktionieren kann. Hier wird Onkel Lasse richtig kreativ! 😉
Die Hunde freuen sich bestimmt auch, wenn sie etwas bespaßt werden, man muss nur aufpassen, dass keiner eifersüchtig wird (was doch öfter mal passiert), sonst gibt es immer großes Gebelle! Dabei hab ich schon zugesehen, dass jeder der beiden die selbe Dosis Streicheleinheiten bekommt 😉

Ansonsten liegt manachmal ein Gas-Geruch in der Luft, der wohl von Dow Chemical oder BASF kommt, zwei sehr große Arbeitgeber dort in der Region. Das Gelände der beiden Firmen (liegen nebeneinander) guckt man sich am besten bei GoogleEarth an, sonst kann man die Größe gar nicht richtig erfassen. Kein Witz.

An der Hauswand laufen tagsüber manchmal Anolis lang, also kleine grünbraune Echsen (gehören laut Wikipedia zu den Leguanartigen), die von den Kindern meist nur “Lizis” (von lizard) genannt werden.
Die soll man dort aber schön sitzen lassen, sie fressen Insekten und anderes Ungetier weg.
Sie können auch beißen, aber nur, wenn man sie z.B. Cacher einfängt und nicht aufpasst 😉
Die Kinder hatten da deutlich mehr Erfahrung als ich, darum hab ich den Cacher gehalten, und das temporäre Übersiedeln in einen großen Kunststoff-Behälter mit Luftlöchern habe ich ihnen dann gerne überlassen. Danach haben wir sie natürlich wieder freigelassen, also keine Panik, liebe Tierschützer!
So konnte ich sie mir dann zumindest mal aus der Nähe angucken. Und wie gut sich beißen, äh, sich am Finger festhalten können, hat mir mein Schwager dann mal demonstriert 😉

Lecker Fastfood gab’s natürlich auch.
Schließlich sind wir ja in Amiland, da kann man sich dann so richtig schön durchfuttern.
McDonalds, Denny’s, Church’s Chicken, Cici’s Pizza, Wendy’s, Jack in the box, Pizza Hut, Whataburger, Popeyes, Dairy Queen, KFC, Chick-Fil-A, und, und, und, wobei es in Lake Jackson wohl so ist, dass KFC zu gemacht hat! Das ist schon ungewöhnlich, aber die Mehrheit der Amis dort will wohl nur noch “Hühnchen ohne Knochen”, und gehen deshalb zu Chick-Fil-A. Dort wurde dann glatt eine zweiter Drive-In eröffnet, und dort war die Hölle los! Hat aber auch echt gut geschmeckt, muss ich sagen.
Wobei ich aber ganz gerne bei Restaurants (oder wie man das nennt) esse, die keiner Kette angehört sind, sondern wo es mehr “homemade” ist. Damit wird ja oft geworben. Als Gegen-Bewegung zur Einheitlichkeit quasi. 😉

Z.B. gibt’s so nen Laden, der zwar von außen nicht sehr einladend aussieht, aber der soweit ich weiß auch keiner Kette angehört. Heißt “Dairy Bar”. Nicht zu verwechseln mit “Dairy Queen” (DQ), der Schnellrestaurant-Kette.
In der Dairy Bar ist wohl auch vieles “homemade”, wie die Bedienung meiner Schwester erzählte, und ich esse dort eigentlich jedes Mal mindestes einmal, wenn ich in Lake Jackson bin. Echt lecker! Dieses Mal hatte ich eine Art HotDog, mit vielen Zwiebeln und Senf, wirklich richtig, richtig gut! Nicht so wie in New York, wo ich früher mal beim angeblich besten Hotdog-Laden der Stadt gegessen hatte, und dann doch etwas die Augenbrauen hochziehen mußte, weil ich mich doch etwas gewundert habe, was für Geschmacks-Kriterien die New Yorker da wohl an den Tag gelegt hatten. Da konnte jeder HotDog “made in germany” locker mithalten. Aber gut, Geschmäcker sind vielleicht verschieden.
Jedenfalls ist die Dairy Bar eine klare Empfehlung von mir! Nein, ich habe keinen Werbe-Vertrag mit ihnen.
Etwas ramschig, aber lecker (und auch wirklich homemade) ist ein Mexikaner, bei dem wohl viele Mitarbeiter von Dow Chemical essen. Kein normaler Europäer würde wohl auf die Idee kommen, im “Lupita’s” essen zu gehen, aber manchmal trügt der Schein von außen! Die Wartezeiten sind je nach Andrang etwas länger, weil die Kassiererin immer wieder in der Küche verschwand, um mitzuhelfen. Ich hab sie durch die offene Tür selbst gesehen, wie sie mit der Kuchenrolle hantierte!
Viel originaler kann mexikanisches Essen glaube ich nicht sein.

Ebenfalls super finde ich “Ruby’s Diner”, dieses Mal eine Restaurant-Kette, die sich wohl auf “old fashioned burger” spezialisiert hat. Sind ziemlich teuer, aber wirklich lecker! Die Burger-Patties sehen zumindest irgendwie “selbstgemacht” aus, es gibt beim Cheesburger z.B. Swiss Cheese dazu, vermutlich sogar richtigen, hat zumindest nicht künstlich geschmeckt! LECKER!!
Leider gibt’s dieses Restaurant bisher nur einmal in Texas – am Flughafen von Houston!
Von daher geht ein Besuch quasi immer nur bei der Abreise nach Deutschland, wenn man in der Nähe vom Terminal E ist und genügend Zeit hat.
Apropos Käse: Ich fand es ja erschreckend, dass auf diversen abgepackten Käsesorten draufstand:
“Made with real milk”

Soweit ist es also schon, dass man sowas als Qualitäts-Merkmal auf die Packung schreiben muss. Daumen nach unten! Oder vielleicht kommt der restliche Käse ja von Dow Chemical oder BASF, wer weiß das schon so genau 😉

Den “String Cheese” gibt es ja in Deutschland auch schon eine Weile, glaube, der kommt von Kraft Foods.
Hat mich eh überrascht, wie viele Lebensmittel von dieser Firma kommen, wenn man sich die Verpackungs-Rückseiten mal anguckt. Jedenfalls sind die meisten abgepackten Käsesorten Low Fat, 1% Fat oder Zero Fat. Das selbe gilt auch für Milch. Hier gibt es sogar “Supports Brain Healths”.
Der Joghurt (okay, ich hab jetzt nicht alle der gefühlt 500 Sorten durchprobiert) schmeckt auch anders als in Deutschland. Leider meist nicht besser. Selbst zu dem “griechischen Joghurt” mußte ich etwas Wasser trinken, weil er sonst evtl im Hals stecken geblieben wäre. Ich hatte ja gehofft, dass dort etwas mehr Fett drin ist als in den restlichen Joghurts. War wohl nix.
Wenn alles so Low Fat ist, wie es draufsteht, dann frage ich mich ja, warum viele Amis so aussehen, wie sie aussehen. Vielleicht liegt’s ja an den Burgern – dort habe ich noch nix von Low Fat gelesen! Zum Glück!
Wobei ich ja zugeben muss, dass mir das “Figuren-Problem” der Amis dieses Mal gar nicht so sehr aufgefallen ist! Findet vielleicht doch ein Umdenken statt? Kochen die Leute dort wieder mehr selbst?
Keine Ahnung.
Auf vielen Reinigungs-Mitteln, selbst auf diversen Taschentüchern findet sich der Hinweis:
“Kills 99.9% of Viruses”. Ich find das immer erstaunlich. Hat das mal wer nachgerechnet?
Was, wenn es nur 98% sind? Oder dürfen die auf die Sachen draufschreiben, was sie wollen?
Jedenfalls gibt es kein Mittelmaß, immer nur Minimum oder Maximum.
Lustig fand ich auch eine Flüssig-Seife mit Erdbeer-Geruch, auf der stand: “Mit frisch gepflückten Erdbeeren”. Ja nee, iss klar!

Einen Tag waren wir in so einer Art “Tierpark”, wo man verschiedene Spiele oder Aufgaben machen konnte.
Es gab eine Vogel-Show, außerdem Sachen wie Krokodil-Anfassen, Plastik-Fisch angeln (um später nachzugucken, was man dort für ein Exemplar gefangen hat, bzw was für Fische hier überhaupt leben), Insekten-Cachern (Bug Sweeping, das war echt lustig) und Schmetterlinge locken (mit Zuckerwasser auf der Hand). Bei vielen Stationen konnte man sich “Ergebnisse” in so ein Heftchen eintragen lassen, was wir allerdings nicht gemacht hatten. Aber es ist immer die Kombination aus Spaß und Lernen – das haben die Amis echt drauf! Und es wird immer eine kleine (oft persönliche) Geschichte drumrum erzählt – z.B. bei der Vogelshow. Hier wird nicht einfach gesagt “Dieser Geier fliegt so und soviel Miles per hour schnell und wohnt in Texas”, sondern erstmal erklärt der Volunteer, warum ER Vögel so toll findet, welches als Kind sein Aha-Erlebnis war, und warum er es wichtig findet, wenn sich andere Leute auch dafür interessieren würden. Danach erst geht es um die Tiere selbst.

Es war mal wieder ein toller Urlaub, das Wetter super (nicht zu heiß), die Städte Austin und San Antonio sehr sehenswert, und die beiden Mädels waren auch nicht “grumpy” 😉
Ich komme wieder!

 

 

Willkommen in Texas!

 

Austin:

 

San Antonio:

 

Im Tierpark:

 

Natur gab’s auch:

 

Ich will Kühe!!

 

Diverse andere Fotos:

 

Meine Nichten: