Andreas Vollenweider & Friends – live in Braunschweig!

Heute gibt’s mal wieder einen Konzert-Bericht.
Andreas Vollenweider, live in der St. Jacobi-Kirche in Braunschweig. Programm: AIR (sein aktuelles Album, bei dem es um das Element Luft geht)
Hingehen oder nicht? 1-2 Stunden Harfen-Musik? Könnte langweilig werden.
Andererseits: Das weiß er ja auch selbst. Und das würde ein Profi wie Vollenweider wohl kaum zulassen. Demnach müßte es ja gut werden,
obwohl ich absolut keine Ahnung habe, was mich erwartet. Okay, das Album „Air“ hatte ich ja, und es gefiel mir größtenteils sehr gut. Aber umsetzen lässt sich das wohl kaum auf der Bühne. Gibt’s überhaupt noch Tickets?
Ein Anruf bei der Konzertkasse brachte Hoffnung: „Na da wird schon noch was übrig sein, an der Abendkasse“ scherzte der Mitarbeiter. Wurde mir jedenfalls berichtet, weil ich nicht selbst angerufen hatte. Allerdings war es ehrlich gesagt auch die Aussage, die ich erwartet hatte. Preis: 32 Euro! Hui.
Zugegeben, Madonna ist teurer. Pink Floyd auch. Trotzdem, nur ein Harfen-Solo-Künstler, evtl noch mit etwas Unterstützung, in einer Kirche. Wie groß ist die eigentlich? Vermutlich eher klein. Stolze 32 Euro für etwas Harfengezupfe im kleinen Kreise. Angemessene 32 Euro für den bekannten Herrn Vollenweider. Einmal live sehen, im schönen Braunschweig. Das KANN nicht schlecht werden. Also los!
Gegen 20 Uhr sollte das Konzert beginnen. Einlaß? Wußte der Ticket-Center-Mensch wohl nicht genau, 19 Uhr, 19.30 Uhr, irgend sowas. Parkplätze? Sieht wohl eher mau aus. Also rechtzeitig losfahren. Kurz vor 19 Uhr erreichte ich dann die Kirche.
Na klasse, da stand schon ein Horde von Leute vor dem Eingang – 1 Stunde vorher! Hätte ich das vorher gewußt … und der letzte freie Parkplatz wurde mir soeben weggeschnappt. Hmpf!
Also wieder zurückfahren, die Tuckermannstraße entlang. Rechts ist ein Parkstreifen. Stop jetzt! Egal, dann laufe ich das Stück halt zurück.
Wenige Minuten später stehe ich in der Schlange hinten an. Die Türen waren bereits geöffnet, und es geht langsam vorwärts.
„Gibt’s denn noch Karten an der Abendkasse?“ fragte ich einen Konzertbesucher. Irgendwer schien die Frage mitbekommen zu haben
und verweis auf eine junge Dame weiter vorne, die angeblich noch ein Ticket loswerden wollte. Volltreffer! Die Dame freute sich riesig, dass ihr Ticket nun doch noch eine sinnvolle Anwendung fand, da ihr Begleiter abgesprungen war. Nach einer kleinen Geld-Wechsel-Aktion, an der diverse Besucher beteiligt waren, war ich im Besitz der gelben Karte – und mehr oder unfreiwillig eine ganze Ecke weiter vorne in der Schlange! Na das war ja mal eine gelungene Aktion 😉
So überraschte es eher nicht, dass einen recht guten Platz fast schon mittig in der Kirche erwischte!
Langsam füllte sich die Kirche. Einige zogen lange Gesichter – nämlich die, die recht spät kamen und ebenso wie ich
überrascht waren, dass die Kirche ziemlich gut gefüllt war, so daß die besten Plätze bereits alle weg waren, und nur noch die Ecken oder die Empore übrig war!
Wenn das der Ticket-Center-Telefonmann wüßte …

Einige hatten sich vorsorglich was zu lesen mitgenommen. Wär keine schlechte Idee gewesen. Aber egal. Achja, eine „Bühne“ gab es übrigens nicht wirklich, aber das hatte ich auch nicht erwartet.
Ein paar PAR-Scheinwerfer u.a. auf Stativen, ein paar Instumente, Percussion, Synthie, die Harfe natürlich … das war’s auch schon.

20 Uhr, endlich! Ganz schön lange gesessen. Spot an! Windgeräusche waren aus den Lautsprechern zu hören.
Dann kam Herr Vollenweider auf die „Bühne“ und legte an der Harfe los. Der Sound war voll und hallig.
Knirschte da etwas? Oder klingt eine Harfe so? Boxen übersteuert? (erschien mir unwahrscheinlich) Ist es der Finger-Anschlag an den Saiten? Keine Ahnung. Jedenfalls hörte man jedes noch so winzige Geräusch. Fast schon unheimlich 😉
Wie geht das eigentlich, dass 1 Mensch mit 1 Instrument, 2 Händen und 10 Fingern so komplexe Musik macht?
Halbplayback? Nee, bestimmt nicht. Der Typ hat’s einfach drauf!
Es folgten einige weitere Songs, alles ausschließlich an der Harfe. Schon sehr beeindruckend. Aber die restlichen Instrumente
stehen doch sicher nicht zu Deko da, oder? Nächstes Lied. HA! Mit Schlagzeug! Aber wohl nicht live gespielt, denn auf der Bühne stand ja nichtmal ein komplettes Schlagzeug, nur Herr Vollenweider und (wenn ich mich recht erinnere) mittlerweile Herr Daniel Küffer am Blasinstrument.
Oder kam der erst später? Ich weiß es gar nicht mehr genau. Das liegt daran, dass die „böse Katze“ meine volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte – das ganze Konzert über! Von daher möge man mir nachsehen, dass die eine oder andere Erinnerung voreilig meinen Gehirnwindungen entschwunden ist 😉
Aber von vorne: Die „böse Katze“, auch Engelchen oder Teufelchen genannt (je nachdem ob man ihr Aussehen beschreiben will, oder ihre Fähigkeit zu grooven) war niemand Geringeres als Stefanie Peter, besser bekannt als „Steff la Cheffe“, eine sehr bekannte Beatboxerin aus Bern! Spätestens jetzt dürfte allen Lesern wohl auch dämmern, dass das Schlag natürlich doch live war – in Form von Mund-Perkussion! Das Trio war komplett! Und auch wenn es ein „Andreas Vollenweider-Konzert“ war wage ich zu behaupten, dass die einzige Frau der Combo der „heimliche Star“ des Abends war. Man konnte trotz der Dunkelheit förmlich das Strahlen in den Augen der Zuschauer sehen, als sie die „Bühne“ betrat. Ich habe schon sehr viele Konzerte und Künstler gesehen, aber selten, nein, noch nie jemanden mit solch einer Ausstrahlung. Das war schlichtweg der Hammer! Schon jetzt stand fest: Jeder Cent der 32 Euro hat sich voll und ganz gelohnt!
Die restliche Zeit des Konzerts war das pure Vergnügen! Akkustisch und auch optisch! Noch nie habe ich eine Gruppe gesehen, die so viel Spaß auf der Bühne hatte wie diese drei. Und wie auch immer sie es geschafft haben: Diesen Spaß haben sie zu 100% auf das Publikum übertragen! Strahlende Gesichter wohin man auch blickte! Ging das noch alles mit rechten Dingen zu?
Die Bandbreite der Musik wurde immer größer. Mittlerweile waren diverse Saiten-Instrumente, Klangschalen, Becken, mehrere Blasinstrumente und der Synthie im Einsatz, teilweise sang Herr Vollenweider selbst, meistens unterstützt vom groovenden Teufelchen!
Lehrstunden war angesagt. Beatbox-Üben mit den Publikum unter Anleitung von Steff la Cheffe – mit sympathisch-niedlichem „Schwizerdeutsch-Akzent“.
Oh oh, wie soll das denn gehen? Das artet doch in Chaos aus, oder? Außerdem wird da kaum jemand mitmachen.
Denkste!
Zuerst wurde die Kirche in 3 Bereicht unterteilt: Links, Mitte, Rechts. Jetzt kam die Katze ins Spiel, denn Beatboxen ist
gar nicht so weit von der Sprache entfernt, wie man vielleicht meinte, lehte uns der „Cheffe“. Dies ließ sich an folgendem Beispiel üben: Wenn man „Bö-se Kat-ze“ anders betont, kann man es soweit hinkriegen, dass ein „B … S … K … Z“ entsteht.
Probiert’s mal aus! Mit etwas Fantasie wäre das B die Bassdrum, das S und das Z eine Art Zisch-Laut, also die HiHat, und das K könnte für die Snare-Drum stehen.
Die ganze Kirche murmelte also je nach Zuschauer-Abschnitt „Bö Ze Ka Ze“ vor sich hin, während Frau Peter im Hintergrund eigene „Mund-Beats“ boxte. Das ging erstaunlich gut! Wenn jetzt also einige Schülerinnen und Schüler morgens im Bus fasziniert von der Bösen Katze berichten, haben sie sich automatisch als Konzertbesucher geoutet 😉
Es gab noch ein paar Gedanken-Übertrgungs-Spiele, und ganz am Ende des Konzerts sang sogar die ganze Kirche ein Schlaflied für Herrn Vollenweider. Nach diversen Zugaben, versteht sich. Und nach schier endlosem Applaus. Und nach einer Standing Ovation.
Nach dem Konzert gab es noch Merchendising zu kaufen, außerdem kamen die 3 zum Autogrammschreiben und wurden schon ungeduldig erwartet. Auch Fotowünsche (meinst mit S. Peter) wurden erfüllt. Auch hier wieder: Überall strahlende Gesichter und gute Laune!
Ich bin mir sicher: Würde es einen Detektor geben, der positive Energie sichtbar machen kann – die St. Jacobi-Kirche hätte an diesem Abend geleuchtet wie ein Engel!

http://www.vollenweider.com

Brot backen mit Lasse ;-)

8:30 Uhr, ein Blick in den Ofen. Leider hat – im Rezept bzw der Anleitung stand – der Teig sein Volumen nicht „fast verdoppelt“, sondern es ist schlicht überhaupt nichts passiert.
Die 10 Stunden Ruhen haben anscheinend nichts gebracht. Ob’s am Mehl liegt? Oder an mir? Oder am Gesamt-Prozess? Am Sauerteig alleine jedenfalls vermutlich nicht, denn der war ja zugekauft, da kann ja nix „kaputt“ sein. Ich mach jetzt den nächsten Schritt in der Anleitung, und wenn das Brot am Ende wieder nix wird, fliegt es in den Müll, und
dann hat sich das Thema „Backen“ bis Weiteres für mich erstmal erledigt. Wenn nichtmal ein einfaches 08/15-Brot gelingen will, wage ich an einen Kuchen o.ä gar nicht zu denken 😉

(Motivations-Mails können geschick werden an: mail@lassekolb.info)