Rechenkraft-Interview online! :-)

Jetzt online:
Ein Interview mit Michael Weber von Rechenkraft.net e.V.

http://boinccast.podspot.de/post/boinccast-35-interview-michael-weber/

Advertisements

Kritik: Drawing Restraint 9

Ich schreibe absichtlich nicht FILM-Kritik, weil ich glaube, dass es gar keinen Film gab! Ich glaube vielmehr, dass da ein Nervengas in den Raum gepumpt wurde, welches ganz schräge Halluzinationen verursacht.
Und zwar bei jedem andere! Zwar ähnliche Bilder, aber trotzdem ganz individuelle Gedanken!

Darum kann ich hier weitgehend nur Bildfolgen beschreiben, gespickt mit ein paar persönlichen Eindrücken.

Es geht als Dokumenarfilm los. Walfang. Juhu!!!
Endlich! Ganz fein säuberlich wird sich auf diese Zeramonie vorbereitet!
Richtig, es ist eine Zeramonie, mit allem drum und dran! Tanzende Mädchen ziehen durch die Straßen, lachende Bauarbeiter gießen Vaseline in eine riesengroße Form, vom Schiff hängt lange bunte Papierschlangen, alle sind voller Vorfreude auf das große Ereignis!
Ich auch! Die Wale sind mir bereits nach den ersten 30 Minuten scheißegal, es ist einfach nur eine riesengroße Feststimmung und alle sind happy. (Oder waren es 130 minuten? Keine Ahnung, bei dem Nervengas verliert man jedes Zeitgefühl). Man ist mittendrin im Geschehen, live dabei! Wie ein Geist, der mit einer unsichtbaren Kamera über das Schiff schwebt.
Den Eindruck hatte ich tatsächlich, weil es bei dem ganzen Geschehen nur in der Mitte ganz wenige Dialoge gibt! Ansonsten fühlte ich mich die meiste Zeit wie ein Voyeur.

Im Meer schwimmen blaß-geschminkte Japanerinnen mit weißen Klamotten und Taucherbrillen. Sie haben Holzkörbe an langen Seilen. Ab und zu tauchen sie und stochern mit Messern in Felsspalten herum und holen Krebse oder so raus und tun sie in die Körbe.
Ach ja: viele Sachen sind bei den ganzen Visionen unklar. Viele Gegenstände hatte ich einfach noch nie gesehen und weiß bis jetzt nicht, was das eigentlich bzw wozu man es benutzt, geschweige denn was das bezwecken sollte. Aber gut, die Frage nach dem Sinn darf man sich hier eh nicht stellen, und schon gar nicht mit anderen Leuten diskutieren! Gibt nur Streit.

Weiter im Text …
Im Meer gibt es schwimmende Korallenriffe oder was auch immer das war.
Diese werden dann irgendwie mit Seilwinden an das eine Schiff gebunden.
Weiß der Teufel …

Jedenfalls kommt dann irgendwann ein Mann ins Spiel.
Er geht auf das Schiff. In allerkleinster Detailarbeit wird dann gezeigt,
wie ihm in einer großen Zeramonie der Bart abrasiert wird. Als er dann schläft, auch noch ein Teil seiner Haare. Dann wird ihm irgendwas auf den Kopf geklebt, vermutlich ein Teil vom Wal oder sowas. Er kriegt Fell-Stückchen ins Gesicht, muss komische Schuhe anziehen und kriegt ein Scheckenhaus auf den Rücken geschnallt.

So langsam kriege ich den Eindruck, dass es vielleicht doch kein Dokumentarfilm, äh Dokumentar-Halluzinationen sind.
Parallel Björk … auch sie bekommt ein Schneckenhaus auf den Rücken, die Zähne werden ihr von Japanern schwarz gemalt.
(ich lasse hier übrigens bewußt diverse Sachen weg, sonst wirds noch abstruser)
Irgendwann laufen die beiden dann unter Deck in den Schiffsräumen rum und kommen in einen Raum. Dort wird – wieder in großer Zeramonie – Tee getrunken.
Fragt bitte nicht was genau los war, ich habs nicht verstanden.
Vermutlich erhitze Vaseline mit Algen oder sowas, aus einer Schneckenkelle in einer Walknochen-Tasse serviert.
Extrem faszinierend anzusehen, aber trinken möchte ich das nicht.

Während unter Deck die beiden scheinbar mit den wildesten Ritualen auf irgendwas vorbereitet werden, ist oben an Deck ein Riesen-Gepansche mit Tonnen von Vaseline im Gange, welches sich noch immer in der riesigen Form befindet.
Das „schwimmende Korallenriff“ ist jetzt auch an Bord. Die Japaner mischen irgendwelche toten Würmer mit Vaseline oder was das war und beschmieren das Korallenriff, um es dann mit Wasser zu besprenkeln.

Mittlerweile schwirrten nur noch Fragezeichen durch den Kopf.

Unter Deck sind sich Björk und der andere Typ mittlerweile näher gekommen!
Da geht noch was! Richtig!

Irgendwann ist Sturm, es gewittert, und Wasser dringt ins Schiff ein.
Oder flüssige Vaseline mit Blut? Keine Ahnung, jedenfalls ist alles nur noch nass und hellrot.
Nach und nach entledigen sich die beiden ihrer merkwürdigen Klamotten und beginnen, sich mit den japanischen Messern die Beine aufzuschneiden!!
Alles natürlich schön im Detail, und – ihr ahnt es – zeramonisch!
Aus den Beinen quillt Blut und VASELINE!

Zu diesem Zeitpunkt warte ich fast nur darauf, dass das Licht angeht damit die Frau in der Reihe vor mir sich nicht den Kopf am Stuhl stößt, unter den sie vor Angst gerutscht ist! Da half auch das beruhigende Streicheln ihrer Nachbarin nichts mehr, die war fix und fertig, und ein allgemeines Murmeln mach sich breit. Einige lachten nur noch – ein klares Zeichen, dass sie gar nicht mehr wissen, wie sie mit der Situation und den gezeigten Bildern umgehen sollen.

Björk und der Mann stellten gegenseitig fest, dass sie beide eine „Verletzung“ auf dem Rücken unterhalb des Nackens hatten.
Noch ahnte vermutlich keiner etwas …

Oben auf dem Deck geht die Vaseline-Pansch-Party weiter, und unten
haben sich die beiden mittlerweile ihre Beine völlig abgetrennt, die nun in  der Vaseline-Brühe schwammen!
Zudem kam eine kleine Wasser-Fontaine aus der „Verletzung“ im Rücken.

Aha! Die beiden haben sich also in Wale verwandelt! Könnte man zumindest so deuten.
Hatte ich schon erwähnt, dass ich mir mittlerweile ziemlich sicher war, dass es kein Dokumentarfilm ist? Vielleicht stimmte ja GAR NIX von all dem, was bisher gezeigt wurde.

Am Ende wird dann ein großer Vaseline-Block (?) an Land gezogen, über eine Rampe, die dann zerbricht.

Dann war die Gasflasche alle, und die Hallus verschwanden langsam.

Nachdem die ersten Leute wieder klarer denken konnten meinte meine Nachbarin: „Puh, das war ja mal ein merkwürdiger Film“ oder sowas.
Nachdem ich ihr dann erzählt hatte, dass ich am Anfang das Gefühl hatte, Voyeur auf dem Schiff zu sein und sie eine komplett andere Sichtweise hatte, haben wir die Diskussion dann vorsorglich friedlich beendet.
Bei so einem Film gibt es keine gemeinsamen Nenner.

Ganz im Ernst:
Was schrägeres ist mir noch nicht untergekommen. Selbst „Pi“ war harmloser.
Die Stimmung am Anfang des Filmes ist in der Tat extrem mitreißend und fesselnd, so wie ich es noch nicht erlebt habe.
Wäre der ganze Film so, wäre es wohl wirklich der beste Dokumentarfilm aller Zeiten, gerade WEIL keine störenden Dialoge da waren, wo erklärt wird, was gerade passiert. Auch wenn man einiges nicht versteht, die Bilder bringen intensiv-mitreißende Stimmung rüber, da muss nichts erklärt und nicht alles verstanden werden!

Später wird der Film dann allerdings immer surrealer, und man versteht den Sinn der Handlungen nicht mehr, sondern wundert sich nur noch.
Das allerdings wußte das Publikum schon vorher, denn die „Moderatorin“ hatte bereits bei der Ankündigung gesagt, dass man vielleicht gar nicht versuchen soll, den Film zu verstehen.

Wer sich einmal 132 Minuten lang fesseln lassen will, sollte sich „Drawing Restraint 9“ auf jeden Fall anschauen! Etwas verrückteres zu finden dürfte ziemlich schwierig werden.

Wenn ich Erfinder wär …

… würde ich ein Messer mit beheizbarer Klinge erfinden: Zum Butter streichen.

Problem: Kühlschrank ist kalt. Butter ist drin (ja ich weiß, soll man nicht … mach ich aber trotzdem)
Butter vom „Butterblock“ nehmen geht schwer, da sie kalt ist.

Lösung: Ein Strichmesser mit beheizbarer Klinge.

Die Idee kam mir, da ich morgens immer das Nutella-beschmierte Messer vom Vortag mit heißem Wasser abwasche,
danach abtrockne, und kurz darauf die Butter streiche. Geht super, da die Klinge noch warm ist.

Und kommt mir nicht mit der Lösung: „Nimm doch Margarine“ 😉