Texas 2014

Dieses Jahr stand wieder ein Texas-Besuch auf dem Urlaubs-Plan.
Knapp 2 Wochen waren wir (meine Eltern und ich) bei meiner Schwester in Lake Jackson. 2 Tage davon waren wir auch in Austin und San Antonio.
Austin gilt als “Amerikanische Hauptstadt der Livemusik”. Nirgendwo in der USA ist die Dichte an Musikclubs so hoch wie dort.
In San Antonio hingegen ist der so genannte “River Walk” erwähnenswert.
Das kann man sich vorstellen wir eine Anreihungs von Cafés und Restaurants, die sich an einem “Kanal-Ufer” erstrecken, auf beiden Seiten. Einmal im Jahr wird dort wohl das Wasser abgelassen und Rinder (?) durchgetrieben. Warum, das weiß ich allerdings nicht.
In Lake Jackson hingegen war ich ja nun schon öfter mal, wenn ich bei meiner Schwester, ihrem Mann und den beiden Kindern bin, die sich immer freuen, wenn wir zu Besuch kommen.
Dann ist Rutschen-Bauen angesagt (im Schlafzimmer wird eine Matratze mit ca. 1 Meter Abstand vor’s Bett gelegt, die andere schräg aufs Bett, ein paar Fußbänke darunter als Stütze), außerdem das beliebte “Big Bad Wulf-Spiel”, weil man die Matratzen ja wunderbar zu einer Höhle umfunktionieren kann. Hier wird Onkel Lasse richtig kreativ! ;-)
Die Hunde freuen sich bestimmt auch, wenn sie etwas bespaßt werden, man muss nur aufpassen, dass keiner eifersüchtig wird (was doch öfter mal passiert), sonst gibt es immer großes Gebelle! Dabei hab ich schon zugesehen, dass jeder der beiden die selbe Dosis Streicheleinheiten bekommt ;-)

Ansonsten liegt manachmal ein Gas-Geruch in der Luft, der wohl von Dow Chemical oder BASF kommt, zwei sehr große Arbeitgeber dort in der Region. Das Gelände der beiden Firmen (liegen nebeneinander) guckt man sich am besten bei GoogleEarth an, sonst kann man die Größe gar nicht richtig erfassen. Kein Witz.

An der Hauswand laufen tagsüber manchmal Anolis lang, also kleine grünbraune Echsen (gehören laut Wikipedia zu den Leguanartigen), die von den Kindern meist nur “Lizis” (von lizard) genannt werden.
Die soll man dort aber schön sitzen lassen, sie fressen Insekten und anderes Ungetier weg.
Sie können auch beißen, aber nur, wenn man sie z.B. Cacher einfängt und nicht aufpasst ;-)
Die Kinder hatten da deutlich mehr Erfahrung als ich, darum hab ich den Cacher gehalten,
und das temporäre Übersiedeln in einen großen Kunststoff-Behälter mit Luftlöchern habe ich ihnen dann gerne überlassen. Danach haben wir sie natürlich wieder freigelassen, also keine Panik, liebe Tierschützer!
So konnte ich sie mir dann zumindest mal aus der Nähe angucken. Und wie gut sich beißen, äh, sich am Finger festhalten können, hat mir mein Schwager dann mal demonstriert ;-)

Lecker Fastfood gab’s natürlich auch ;-)
Schließlich sind wir ja in Amiland, da kann man sich dann so richtig schön durchfuttern.
McDonalds, Denny’s, Church’s Chicken, Cici’s Pizza, Wendy’s, Jack in the box, Pizza Hut, Whataburger, Popeyes, Dairy Queen, KFC, Chick-Fil-A, und, und, und, wobei es wohl bei Lake Jackson wohl so ist, dass KFC zu gemacht hat! Das ist schon ungewöhnlich, aber die Mehrheit der Amis dort will wohl nur noch “Hühnchen ohne Knochen”, und gehen deshalb zu Chick-Fil-A. Dort wurde dann glatt eine zweiter Drive-In eröffnet, und dort war die Hölle los! Hat aber auch echt gut geschmeckt, muss ich sagen.
Wobei ich aber ganz gerne bei Restaurants (oder wie man das nennt) essen, die keiner Kette angehört sind, sondern wo es mehr “homemade” ist. Damit wird ja oft geworben. Als Gegen-Bewegung zur Einheitlichkeit quasi. ;-)

Z.B. gibt’s so nen Laden, der zwar von außen nicht sehr einladend aussieht, aber der soweit ich weiß auch keiner Kette angehört. Heißt “Dairy Bar”. Nicht zu verwechseln mit “Dairy Queen” (DQ), der Schnellrestaurant-Kette.
In der Dairy Bar ist wohl auch vieles “homemade”, wie die Bedienung meiner Schwester erzählte, und ich esse dort eigentlich jedes Mal mindestes einmal, wenn ich in Lake Jackson bin. Echt lecker! Dieses Mal hatte ich eine Art HotDog, mit vielen Zwiebeln und Senf, wirklich richtig, richtig gut! Nicht so wie in New York, wo ich früher mal beim angeblich besten Hotdog-Laden der Stadt gegessen hatte, und dann doch etwas die Augenbrauen hochziehen mußte, weil ich mich doch etwas gewundert habe, was für Geschmacks-Kriterien die New Yorker da wohl an den Tag gelegt hatten. Da konnte jeder HotDog “made in germany” locker mithalten. Aber gut, Geschmäcker sind vielleicht verschieden.
Jedenfalls ist die Dairy Bar eine klare Empfehlung von mir! Nein, ich habe keinen Werbe-Vertrag mit ihnen.
Etwas ramschig, aber lecker (und auch wirklich homemade) ist ein Mexikaner, bei dem wohl viele Mitarbeiter von Dow Chemical essen. Kein normaler Europäer würde wohl auf die Idee kommen, im “Lupita’s” essen zu gehen, aber manchmal trügt der Schein von außen! Die Wartezeiten sind je nach Andrang etwas länger, weil die Kassiererin immer wieder in der Küche verschwand, um mitzuhelfen. Ich hab sie durch die offene Tür selbst gesehen, wie sie mit der Kuchenrolle hantierte!
Viel originaler kann mexikanisches Essen glaube ich nicht sein.

Ebenfalls super finde ich “Ruby’s Diner”, dieses Mal eine Restaurant-Kette, die sich wohl auf “old fashioned burger” spezialisiert hat. Sind ziemlich teuer, aber wirklich lecker! Die Burger-Patties sehen zumindest irgendwie “selbstgemacht” aus, es gibt beim Cheesburger z.B. Swiss Cheese dazu, vermutlich sogar richtigen, hat zumindest nicht künstlich geschmeckt! LECKER!!
Leider gibt’s dieses Restaurant bisher nur einmal in Texas – am Flughafen von Houston!
Von daher geht ein Besuch quasi immer nur bei der Abreise nach Deutschland, wenn man in der Nähe vom Terminal E ist und genügend Zeit hat.
Apropos Käse: Ich fand es ja erschreckend, dass auf diversen abgepackten Käsesorten draufstand:
“Made with real milk” draufsteht. Soweit ist es also schon, dass man sowas als Qualitäts-Merkmal auf die Packung schreiben muss. Daumen nach unten! Oder vielleicht kommt der restliche Käse ja von Dow Chemical oder BASF, wer weiß das schon so genau ;-)
Den “String Cheese” gibt es ja in Deutschland auch schon eine Weile, glaube, der kommt von Kraft Foods.
Hat mich eh überrascht, wie viele Lebensmittel von dieser Firma kommen, wenn man sich die Verpackungs-Rückseiten mal anguckt. Jedenfalls sind die meisten abgepackten Käsesorten Low Fat, 1% Fat oder Zero Fat. Das selbe gilt auch für Milch. Hier gibt es sogar “Supports Brain Healths”.
Der Joghurt (okay, ich hab jetzt nicht alle der gefühlt 500 Sorten durchprobiert) schmeckt auch anders als in Deutschland. Leider meist nicht besser. Selbst zu dem “griechischen Joghurt” mußte ich etwas Wasser trinken, weil er sonst evtl im Hals stecken geblieben wäre. Ich hatte ja gehofft, dass dort etwas mehr Fett drin ist als in den restlichen Joghurts. War wohl nix.
Wenn alles so Low Fat ist, wie es draufsteht, dann frage ich mich ja, warum viele Amis so aussehen, wie sie aussehen. Vielleicht liegt’s ja an den Burgern – dort habe ich noch nix von Low Fat gelesen! Zum Glück!
Wobei ich ja zugeben muss, dass mir das “Figuren-Problem” der Amis dieses Mal gar nicht so sehr aufgefallen ist! Findet vielleicht doch ein Umdenken statt? Kochen die Leute dort wieder mehr selbst?
Keine Ahnung.
Auf vielen Reinigungs-Mitteln, selbst auf diversen Taschentüchern findet sich der Hinweis:
“Kills 99.9% of Viruses”. Ich find das immer erstaunlich. Hat das mal wer nachgerechnet?
Was, wenn es nur 98% sind? Oder dürfen die auf die Sachen draufschreiben, was sie wollen?
Jedenfalls gibt es kein Mittelmaß, immer nur Minimum oder Maximum.
Lustig fand ich auch eine Flüssig-Seife mit Erdbeer-Geruch, auf der stand: “Mit frisch gepflückten Erdbeeren”. Ja nee, iss klar!

Einen Tag waren wir in so einer Art “Tierpark”, wo man verschiedene Spiele oder Aufgaben machen konnte.
Es gab eine Vogel-Show, außerdem Sachen wie Krokodil-Anfassen, Plastik-Fisch angeln (um später nachzugucken, was man dort für ein Exemplar gefangen hat, bzw was für Fische hier überhaupt leben), Insekten-Cachern (Bug Sweeping, das war echt lustig) und Schmetterlinge locken (mit Zuckerwasser auf der Hand). Bei vielen Stationen konnte man sich “Ergebnisse” in so ein Heftchen eintragen lassen, was wir allerdings nicht gemacht hatten. Aber es ist immer die Kombination aus Spaß und Lernen – das haben die Amis echt drauf! Und es wird immer eine kleine (oft persönliche) Geschichte drumrum erzählt – z.B. bei der Vogelshow. Hier wird nicht einfach gesagt “Dieser Geier fliegt so und soviel Miles per hour schnell und wohnt in Texas”, sondern erstmal erklärt der Volunteer, warum ER Vögel so toll findet, welches als Kind sein Aha-Erlebnis war, und warum er es wichtig findet, wenn sich andere Leute auch dafür interessieren würden. Danach erst geht es um die Tiere selbst.

Es war mal wieder ein toller Urlaub, das Wetter super (nicht zu heiß), die Städte Austin und San Antonio sehr sehenswert, und die beiden Mädels waren auch nicht “grumpy” ;-)
Ich komme wieder!

 

 

Willkommen in Texas!

 

Austin:

 

San Antonio:

 

Im Tierpark:

 

Natur gab’s auch:

 

Ich will Kühe!!

 

Diverse andere Fotos:

 

Meine Nichten:

Nachtrag zum Thema “Messenger und Sicherheit”

Nochmal ein paar Worte zum Thema “Sicherheit und öffentliches WLAN usw”:
Auch wenn es mittlerweile vielen Leuten egal zu sein scheint, ob sie von Regierungen
oder sonstigen Organisationen abgehört werden, besteht die Gefahr auch durch Privatpersonen. Z.B. wenn man sich mit dem Handy in ein öffentliches WLAN einbucht.
Die Situation kennt ja fast jeder. Man ist in einer fremden Stadt, guckt auf sein Handy und sieht ein WLAN-Netz mit dem Namen “Publicity Free Wifi” oder sowas. Ja cool,
kostenloses Internet in der Stadt, gleich mal anklicken, kurz emails checken usw.
Nur weiß man in den seltensten Fällen, wem das WLAN-Netz, also der HotSpot gehört!
Es könnte eine normale Privat-Person sein, die einfach seinen Router zu Hause für die Öffentlichkeit geöffnet hat und ihm den Namen “Publicity Free Wifi” gegeben hat, und kein Passwort erfordert. Mit entsprechender Software kann diese Person jetzt sehen, wer sich in seinen Router einbucht, und falls der Tourist irgendwelche “Apps” verwendet, die Daten nicht verschlüsselt senden/empfangen (z.B. Transportverschlüsselung), dann kann dieser Datenstrom jetzt eingesehen oder mitgeschnitten werden. Dazu muss man gar nichts “hacken” oder so, sondern einfach nur lesen.
Wenn sich jetzt noch andere Personen in das “Free Wifi” einbuchen, wäre das so, als würde man mit mehreren Leuten in einem Raum sein. Wenn jetzt jemand eine Verbindung zu einem Server aufbaut, unverschlüsselt, entspreche das ungefähr der Situation, als wenn sich 2 Personen im Raum etwas zurufen, und andere Leute im Raum können  mithören, wenn sie ihre Ohren aufsperren. Mit entsprechender Software können also auch andere Touristen unter Umständen mitlesen, und nicht nur der Hotspot-Betreiber.

Ein anderes Problem besteht bei der Authentifizierung, also der Sicherstellung, mit wem man überhaupt kommuniziert. Wenn man einen 08/15-Messenger benutzt, ist es meist so, dass man ja nicht direkt mit der entfernten Person kommuniziert, sondern in der Mitte sitzt der Serverbetreiber, der die Daten an die richtige Person weiterleitet. Oder eben auch nicht! Evel antwortet er selbst und gibt sich für die Person aus. Oder er ändert Nachrichten zu seinen Gunsten ab, bevor er die Nachricht weiterleitet. All das lässt sich meist gar nicht überprüfen. Weil man eben nicht “Auge-in-Auge” mit der Person kommuniziert, oder seine Stimme am Telefon hört, sondern einfach einer Namens-Anzeige auf seinem Handy vertraut.

Und ich wage zu bezweifeln, dass die meisten Handy-Nutzer wissen, welche Software vernünftige Authenfizierung oder Kryptographie einsetzen – den meisten ist es völlig egal,
sie kommen vermutlich nichmal auf die Idee, dass sowas geht, denn wenn auf dem Display steht: “Neue Nachricht von Sabrina Müller”, dann muss es ja Sabrina Müller sein, denn es steht ja dort.
Hier sind viele Leute doch reichlich naiv, aber gut, wenn sie keine Ahnung von Technik haben, kann man ihnen nichtmal einen Vorwurf machen.
Selbst das Argument “Warum sollte irgendjemand ausgerechnet MEINE Nachrichten abfangen und fälschen”
ist meiner Meinung nach fehl am Platz, denn in der heutigen Zeit herrscht ja doch doch oft das Motto:
“Warum machen wir es? Weil wir es können!”
Es ist lustig, es macht Spaß, es zeigt den Leuten, wie anfällig die Technik ist. Früher waren es Klingelstreiche, heute ist es eben sowas. Weil es technisch eben oft möglich ist.

Aber auch hier gilt: Auch wenn es keine 100%ige Sicherheit gibt, muss man es solchen Leuten ja nicht unbedingt einfach machen, sondern sollte Messenger verwenden, die sicherstellen, dass man mit der Person chattet, mit der man glaubt zu chatten, und die durch ein vernünftiges Sicherheits-Konzept ein hohes Maß an Sicherheit gegen Mitlesen bieten und zudem gegen Nachrichten-Fälschung schützen.

Ich hoffe, dass ich den Lesern hier näherbringen kann, dass es gar nicht immer um irgnedwelche Regierungen geht, die alles irgendwie überwachen, dagegen kann man sich wirklich schwer bzw gar nicht schützen, sondern es fängt schon viel früher an, in kleinerem Kreis. In irgend einem Wald-und-Wiesen-WALN, in das man sich einbucht, wo kein Mensch weiß, wem das gehört, und was da alles passiert.

Ein paar Gedanken zur Kommunikation

Vor ein paar Jahren gab es mit einem mehr oder weniger lauten Knall einen neuen Messenger für Handys, der die Kommunikation veränderte. WhatsApp.

Im Gegensatz zur SMS läuft die Kommunikation über den Internet-Weg, für den man in der Regel eine Flatrate hat und nicht “pro Nachricht” bezahlen muss. Somit kann man quasi kostenlos uneingeschränkt “messagen”. Und weil WhatsApp auch noch intelligent ist und
sich das Adressbuch im Handy anschaut, sieht man auch gleich, wer von seinen Freunden
dieses Programm ebenfalls installiert hat – man muss nichtmal mehr fragen: “Haste auch WhatsApp” ?
Ein Blick ins Programm genügt, und man weiß Bescheid. Total unkompliziert und günstig.
Achso: Für einige Handys fielen am Anfang noch einmalig Gebühren an, von 1,79 Euro oder so, ich weiß nicht mehr genau. Jedenfalls ein lächerlich geringer Preis, auf den ersten Blick.
Mittlerweile war WhatsApp mehrfach in der Kritik. Warum muss man das Programm in sein Adressbuch gucken lassen, um es benutzen zu können? Was genau ist das überhaupt für ein Unternehmen? Was machen sie mit meinen Daten? Ist die Kommunikation sicher?
Was heißt das überhaupt, “sichere Kommunikation”?

Nur mal ein paar Fragen als Beispiel, die man sich mal stellen kann:

1. Liest jemand fremdes gerade mit, was ich schreibe? Schreibt sie diese Informationen vielleicht irgendwie öffentlich ins Internet?

2. Kann es passieren, dass eine Behörde zu der Firma kommt und sie zwingt: “Wir brauchen alle Nachrichten, die mit meiner besten Freundin in den vergangenen 7 Tagen ausgetauscht wurden”

3. Kann es passieren, dass meine privaten Kontakte weiterverkauft werden, dass also indirekt mit mir Geld verdient wird?

4. Weiß ich eigentlich wirklich, dass ich gerade mit meiner besten Freundin schreibe, und nicht mit einer fremden Person?

5. Weiß ich eigentlich sicher, dass Nachrichten so bei mir ankommen, wie sie abgeschickt wurden, und nicht unterwegs vom Text her verändert wurden?

Gerade in Punkto “Sicherheit” gab es laut Internet-Berichten und Medien wohl doch recht schwere Mängel, die auch wohl bis heute (Stand: Juni 2013) nicht alle behoben sind.
Stichwort: Öffentliches WLAN und so.
Auch auf die meisten anderen Fragen gibt es oft keine richtig zufriedenstellenden Antworten.
Das interessiert aber niemanden, denn: “Alle haben WhatsApp, also habe ich es auch”.
Ein Standard-Argument, welches immer wieder hervorgeholt wird. Quasi dasselbe wie bei Facebook.
Da muss ich immer an das Lied “Sheep” von Pink Floyd denken. Die Schafe laufen einfach der breiten Masse hinterher, ohne etwas zu hinterfragen, und wollen einfach ihre Ruhe haben.
Auf der einen Seite kann man es ja verstehen. Man lebt ja nur einmal, warum also zu viele Sachen hinterfragen? Hauptsache, es funktioniert irgendwie – und die Geheimdienste hören ja eh alles irgendwie ab, aber das ist mir egal, ich hab ja nix zu verbergen.

Ist es nicht viel schöner, wenn man mit einer guten Freundin redet, dass man weiß, dass man wirklich mit IHR spricht, und mit keinem Double? Und fühlt man sich nicht besser, wenn man weiß, dass drumerum nicht auch noch evtl Leute stehen oder Mikrofone sind, die alles mithören?
Beides ist bei vielen Messengern vermutlich nicht gewährleistet. So genau weiß man auch das nicht, weil zu diesen Punkten in der FAQ häufig nix brauchbares steht.
Da stehen nur Schlagworte wie: “einfach, persönlich, Echtzeit, preiswert”.
Persönlich? Weiß man nichtmal genau. Echtzeit? Naja, meistens klappt es ja recht zeitnah, das stimmt. Preiswert? Keine Ahnung, wenn ich nur auf meinen geringen Geld-Betrag gucke, dann mag das stimmen. Aber wenn ich überlege, dass ich erst meine Kontakte preisgeben mußte, dann finde ich den Preis doch schon irgendwie hoch – auch wenn es sich nicht um Geld handelt.

Selbst denken macht schlau!
Alternativen sind längst auf dem Markt. Aber man ist ja zu bequem, denn: “Alle haben WhatsApp, also habe ich es auch. Der Rest interessiert nicht.”
Ich finde das ziemlich schlimm, ehrlich gesagt.

Eine schweizer Firma hat ein “Mitbewerber-Produkt” auf den Markt gebracht.
Auf der Homepage stehen viele Fragen beantwortet, gerade in Punto Sicherheit.
Selbst für ein Interview stand einer der Leute bereit und erklärte, warum die Software NICHT OpenSource ist (jaja, immer das Totschlag-Argument für Sicherheit, Krypto usw), wie das Programm funktioniert, usw. Klang mir alles recht sympathisch.
Und das Programm ist nur geringfügig teurer als WhatsApp. Und es überträgt die Adressbücher auch nicht auf den Server, bzw kann man das frei wählen.
Selbst wenn man sie übertragen lässt (um Freunde zu finden, die dasselbe Programm installiert haben) passiert das wohl nur in Form von Hashes, also nicht die E-Mail-Adresse an sich.
Und es stellt sicher, dass die Kommunikation nicht abgehört wird (Transport-Verschlüsselung) und selbst wenn es doch “irgendwie gehackt wird”, gibt es noch immer ein Problem, denn die Kommunikation benutzt laut Hersteller “End-to-End-Krypto”, und nein, das ist weder schwer zu verstehen, noch irgendwie eine neue Erfindung, sondern das sind alles uralte erprobte Sachen, mit dem Unterschied, dass es endlich mal jemand auf einem Handy macht!

Jetzt kann ich auch (nach persönlichem Kontakt) sicherstellen, dass mein Gesprächtspartner der Richtige ist – selbst das ist mit der Software möglich.
Als würde man Auge in Auge mit einer guten Freundin alleine im Raum sein.
Persönlich und privat.

Eigentlich müßten sich die Leute um dieses Produkt reißen, weil “simsen” damit endlich wieder Spaß macht!
Aber man ist ja ein Schaf, was interessiert mich das alles? Man hat ja nur das eine Leben – wozu der Streß? Ist doch eh alles egal.

Sheabutter

Neulich habe ich mir in Freiburg aus einem Weltladen “Sheabutter” gekauft. Laut “Hersteller” (wer das genau ist, weiß ich gar nicht, bzw blicke ich mit dem Vertriebs-Konzept nicht so durch) ist sie solar hergestellt und 100% naturbelassen. Ich zitiere mal die Infos der Webseite http://www.solarfood.de: Zitat Anfang: “Für die konventionelle Herstellung von einer Tonne Sheabutter werden sieben Tonnen Brennholz benötigt. Bis zur Entstehung der Sheabutter müssen die Shea- oder Kariténüsse dreimal erhitzt werden. Dieser hohe Brennholzbedarf kann kaum noch gedeckt werden und führt zu großflächigen Rodungen in Burkina Faso. Sheabutter (Butyrospermum parkii) wird in der Sahelzone schon seit Jahrhunderten zur Körperpflege, zum Kochen und als Heilmittel verwendet. Diese solar hergestellte Sheabutter ist naturbelassen mit einem ihr eigenen nussigen Geruch und der typischen goldgelblichen Färbung. Sie kann pur verwendet werden und hilft besonders gut bei trockener oder rissiger Haut. Sehr hautfreundlich ist auch die handgeschöpfte Seife mit unserer solar erzeugten Sheabutter aus Burkina Faso. Sie unterstützen mit dem Kauf die Produzentinnen und ihre Familien in Burkina Faso. Unser Ziel ist es, den Frauen regelmäßige Aufträge geben zu können.” Zitat Ende. Auf der Webseite ist auch ein Video zu sehen, welches die Herstellung der Sheabutter zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=ZttyP4AAL0o Ich hab die Butter mal ausprobiert, u.a. an den Füßen (oft trocken und so) und bin recht begeistert! Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit creme ich mich dann doch ganz gerne mal  ein. An den Geruch hab ich mich schnell gewöhnt – riecht halt nicht wie aus einer Parfümerie ;-) Mit einem Preis von 12,50 Euro ist es kein Schnäppchen, aber die Butter scheint doch recht ergiebig zu sein, weil sie wirklich sehr fettig ist und man nur wenig braucht. Außerdem finde ich die solare Herstellung sehr gut, so daß die Butter für mich ihr Geld allemal wert ist!

 

So sieht die Dose aus:

topf1

 

Das hier ist die Butter:

butter

 

Vor dem Eincremen:

ohne_butter

 

Nach dem Eincremen:

mit_butter

Hilfe, meine Frau wird geklaut!

Heute ist es wieder einmal passiert, zum 2. Mal in meinem Leben.
Heute, wo es kaum noch Brieffreundschaften mehr gibt, dafür aber Internet-Bekanntschaften, sei es aus irgendwelchen Foren, Web-Radios (so wie in meinem Fall), zufälligen alten ICQ-Bekanntschaften oder sonstwoher.
So will es der Zufall, dass man seit ca 10 Jahren mit jemandem befreundet ist, sich schreibt, früher emails, heute Facebook usw, vielleicht mal telefoniert.
Früher hat man sich wie ein Schneekönig gefreut, wenn man sich dann endlich, endlich mal getroffen hat, zum Kaffeetrinken, quatschen, durch-die-Stadt-laufen. Endlich mal Auge in Auge. Persönlich. Und wenn man feststellt, dass man so gar nicht auf einer Wellenlänge ist, trotz zig Jahren Brieffreundschaft, dann erledigt sich das Schreiben meist schnell wieder. Aber man hatte dennoch ein Ziel: Irgendwann … einmal treffen.

Heute kommt es gar nicht mehr dazu, weil “mein Freund mir verboten hat, sich mit fremden Leuten (Männern) aus’m Internet zu treffen”.
Seit 10 Jahre befreundet? Telefoniert? 500 km weit entfernet?
Alles egal, zu riskant. Die bösen Männer ausm Internet.

Somit ist das unausgesprochene Ziel weg. Bei jedem Schreiben überlegt man jetzt:
Wozu eigentlich noch? Da kann ich auch in die Kirche gehen und beichten. Da hört man mir auch zu, und ich werde die Person in der Nachbarkabine wohl auch nie treffen.

Ich finde diese “Vielleicht-nimmt-mir-eine-fremde-Person-gleich-meine-Frau-Weg”-Angst ganz schön übertrieben, mal ehrlich.

Ja natürlich! Sie trennt sich sofort, und zieht zig hundert Kilometer weg, zu einer Person, die sie noch nie im Leben gesehen hat. Ja nee, iss klar.

Sorry Leute, kapier ich nicht. Find’s schade.
Als man noch Briefe geschrieben hat, gab es diese Angst meiner Meinung nach nicht.
Oder es lag daran, dass man noch so jung war, dass man sich um Frauen-Diebe keine Gedanken gemacht hat.